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Eine Gruppe von Wissenschaftlern, bestehend aus Mia Hakovirta, Christine Skinner, Heikki Hiilamo and Merita Jokela hat kürzlich eine komparative Analyse der Wechselwirkungen von Kinderarmut, Kindesunterhalt und Sozialleistungen in Familien alleinerziehender Eltern durchgeführt (vgl. Newsletter Nr. 34 vom November 2017). Die Studie wird in der Fachzeitschrift „Journal of Social Policy“ veröffentlicht.
Die Ergebnisse der Forschungsarbeit lassen sich wie folgt zusammenfassen: In vielen entwickelten Ländern ist die Kinderarmut unter Einelternfamilien weit verbreitet. Unter alleinerziehenden Eltern, die Kindesunterhalt bekommen, gibt es ein verborgenes Problem. Der Staat kann den gezahlten Kindesunterhalt ganz oder zum Teil einbehalten, um sonstige staatliche Ausgaben auszugleichen. Somit wird das Potenzial des Kindesunterhalts, die Armut unter Einelternfamilien zu verringern, möglicherweise nicht vollständig ausgeschöpft, insbesondere dann, wenn die Familien auch Sozialleistungen beziehen.
Diese Situation ist unbefriedigend, wie die OECD in folgender Erklärung hervorhebt: Ist kein Unterhaltsvorschusssystem vorhanden, sollte zumindest ein Teil der Zahlungen des unterhaltspflichtigen Elternteils direkt an das Kind gehen.

Bezieht der Elternteil, bei dem das Kind lebt, Sozialhilfe, fließen in einigen Ländern die vereinnahmten Unterhaltszahlungen effektiv an den Staat, um die Kosten der an die betroffene Familie gezahlten Sozialhilfe auszugleichen. Dies könnte den unterhaltspflichtigen Elternteil davon abhalten, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Daher sollte stets ein Teil der Unterhaltszahlungen an das Kind gehen, für das der Unterhalt geleistet wird.
Die Forschungsgruppe untersuchte die Effektivität von Kindesunterhalt in Bezug auf die Reduzierung der Kinderarmut unter Einelternfamilien, die Sozialleistungen beziehen, in vier Ländern: Australien, Finnland, Deutschland und Großbritannien. Sie folgerte, dass die Effektivität der Unterhaltssysteme in Bezug auf die Armutsreduzierung in Einelternfamilien in einigen Ländern aufgrund der Wechselwirkungen eingeschränkt ist, sodass die Alleinerziehenden finanziell nicht bessergestellt sind, auch wenn Kindesunterhalt gezahlt wird. Dies steht im Widerspruch zu der oben zitierten Empfehlung der OECD.
Die Forschungsergebnisse zeigen, dass der Kindesunterhalt in Deutschland und Finnland bei den ärmsten Alleinerziehenden, die im Bezug von Sozialleistungen stehen, kaum zu einer Reduzierung der Kinderarmut beiträgt. Selbst wenn Unterhalt gezahlt wird, verringert er nicht die Armut, da er bei der Berechnung der Sozialleistungen berücksichtigt wird. In Australien und Großbritannien wird die Kinderarmut verringert, nicht nur wegen des Durchlaufmechanismus, sondern wegen der Nichtberücksichtigung. Dies bedeutet, dass der Kindesunterhalt ganz oder zum Teil als Ergänzung zum Einkommen von Einelternfamilien, die Sozialleistungen beziehen, behandelt wird, die zur Armutsreduzierung beiträgt.

Wir sollten uns hüten, allgemein davon auszugehen, dass Kindesunterhalt eine Ergänzung zum Einkommen ist und dass die bloße Leistung von Unterhaltszahlungen dazu beitragen kann, Armut zu reduzieren. Die Analyse zeigt, dass dies wahrscheinlich nicht der Fall ist.
Quelle: Newsletter Nr. 39 des Netzwerkes Child Support Worldwide vom 1.4.2019

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